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Die Geschichte des Cold Brew

Cold Brew wirkt modern, doch seine Wurzeln reichen ins Kyoto des 17. Jahrhunderts zurück, wo langsam tropfender „Dutch Coffee“ mit kaltem Wasser über viele Stunden eine weiche, säurearme Tasse ergab. Weltweit gab es Varianten von gekühltem Kaffee, aber Cold Brew hob in den USA Anfang der 2000er richtig ab, unterstützt von Marken wie Stumptown und späteren Innovationen wie Nitro. Heute ist er überall — von Glas‑Turm‑Slow‑Drip bis zu Ready‑to‑Drink‑Flaschen — immer noch geprägt von Geduld und Klarheit.

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Die Geschichte des Cold Brew

Die Geschichte des Cold Brew: Von Kyoto bis zum modernen Café


Cold-Brew-Kaffee, oft als jüngste Innovation angesehen, hat ein stilles Erbe, das Jahrhunderte zurückreicht. Während er erst im 21. Jahrhundert an Popularität gewann, erzählen seine Ursprünge eine viel ältere und komplexere Geschichte.

Kyotos Anfänge im Slow-Drip-Verfahren

Die früheste bekannte Methode der kalten Kaffeeextraktion geht auf das Japan des 17. Jahrhunderts zurück, insbesondere auf Kyoto. Bekannt als Kyoto-style cold brew oder Dutch coffee, bei dieser Methode tropfte kaltes Wasser langsam—manchmal über 10 bis 12 Stunden—durch gemahlenen Kaffee. Das Ergebnis war ein weiches, säurearmes Getränk, das in hohen Glastürmen ästhetisch zubereitet wurde.

Der Name „Dutch“ stammt vermutlich von niederländischen Händlern des 17. Jahrhunderts, die Kaffee mit kaltem Wasser aufbrühten, um ihn auf langen Seereisen haltbar zu machen. Als die Methode Japan erreichte, wurde sie zu einem Handwerk verfeinert: elegant, bewusst, beinahe meditativ.

Weltweite Echos

Kalter Kaffee nahm weltweit andere Formen an, wobei die meisten frühen Varianten heiß gebrüht und anschließend gekühlt wurden. Im Algerien des 19. Jahrhunderts wurde Mazagran—ein kaltes Kaffeegetränk, das mit Wasser und Zucker serviert wird—bei französischen Truppen beliebt. In Europa entstand Eiskaffee in Städten wie Wien und Paris, doch diese Getränke wurden nicht kalt gebrüht.

Der Aufstieg des Cold Brew in den USA

In den USA blieb Cold Brew bis Anfang der 2000er Jahre eher unbemerkt. Es war Stumptown Coffee Roasters in Portland, das den modernen Boom mit auslöste, indem es um 2010 Cold Brew abfüllte und verkaufte. Seine weiche Textur, geringe Bitterkeit und der hohe Koffeingehalt überzeugten schnell die Third-Wave-Kaffeetrinker.

Cold Brew wurde zur Leinwand für Innovationen: von Single-Origin-Extraktionen bis hin zu Nitro-Cold-Brew—mit Stickstoff versetzt, für eine cremige, kaskadierende Textur vom Zapfhahn.

Ein globales Getränk

Heute ist Cold Brew in Cafés wie auch in Supermärkten nicht mehr wegzudenken. Von trinkfertigen Dosen bis zu hochwertigen Slow-Drip-Türmen entwickelt er sich weiter—doch sein Kern bleibt unverändert. Es geht immer noch um Zeit, Klarheit und Geduld.

In einer schnelllebigen Welt bietet Cold Brew etwas anderes: einen Kaffee, der nicht gehetzt, sondern abgewartet wird.